Ausstellungen

Agenda

  • Künstlerduo Walter Wolff

    Künstlerduo Walter Wolff

    Freitag 23. Januar – Samstag 2. Mai 2026

    Das Künstlerduo Walter Wolff besteht aus Alexandra Kaufmann und Hanin Lerch. Seit seiner Gründung 2010 realisierte das Duo verschiedene Illustrationen sowie freie Projekte wie Fanzines, Comics und Plakate

    Alexandra Kaufmann und Hanin Lerch sind beide 1990 in Baden geboren und in der Region aufgewachsen. Sie studierten Visuelle Kommunikation in Basel. Zurzeit leben sie in Nussbaumen, arbeiten an frienProjekten und als Grafikerinnen.

     

    In skizzenhaften Momentaufnahmen schreibt Noëmi Lerch in ihrem dritten Buch Willkommen im Tal der Tränen vom oft romantisierten Leben in den Bergen. Drei Figuren, Zoppo, der Lombard und der Tuinar, verbringen einen Sommer zusammen auf der Alp. Im Laufe der Zeit haben sie sich immer weniger zu sagen, ihre Kommunikation reduziert sich auf ein Minimum, dafür sind sie genaue Beobachter ihrer Umgebung. Die kurzen poetischen Textabschnitte auf jeder Seite wechseln sich ab mit feinen, reduzierten Illustrationen des Künstlerduos Walter Wolff, die den Text widerspiegeln, weiterentwickeln, aber auch für sich eine Geschichte erzählen. (Martina Keller in Viceversa 14, 2020)

  • Otto Heigold – Das Jetzt deuten

    Otto Heigold – Das Jetzt deuten

    Freitag, 8. Mai, 19 Uhr

    Was ist das Jetzt? Was ist das Besondere am Jetzt? Es ist einmalig, nicht wiederholbar. Das Jetzt, der Moment, die Gegenwart: Schnittpunkt zwischen Zukunft und Vergangenheit.

    Wir versuchen, das Jetzt festzuhalten, in Bildern, in Fotos, in Erinnerungen. Und wir versuchen, das Jetzt zu deuten. Aber was ist schon ein -deutig? Deuten ist nich das Vortragen, das Erklären. Deuten ist keine Bauchrece, keine Kolumne, keine Anweisung. Deuten ist weder Schulung noch Predigt, Einführung oder Abhandlung. Deuten ist die Leseart jedes Einzelnen, der das Jetzt auf sich zukommen lässt.

     

    Otto Heigold *1943, lebt und arbeitet in Luzern. 1964 hat er im Lehrerseminar St. Michael in Zug die Ausbildung zum Zeichenlehrer abgeschlossen. In den Jahren 1970 bis 2008 war Otto Heigold als Professor an der Hochschule Luzern für Design und Kunst aktiv. Mehrmals hat er seine Lehrtätigkeit mit Aufenthalten zur Weiterbildung unterbrochen. So ging er 1996 ins Londoner-Atelier von der Stiftung Landis & Gyr. 2001 war er als Gastdrucker in der Lithowerkstatt der Stadt Eichstätt (D) tätig und wieder war er 2002 als Gastdrucker im Masereel Druckcenter Kasterlee (B) in Aktion.

  • Ursula Wolf – Reiz der Materie

    Ursula Wolf – Reiz der Materie

    Reiz der Materie
    Freitag, 07. November 2025 - Freitag, 09. Januar 2026


    Gebrauchte HEETS, Relikte eines Moments – sie erzählen vom Alltäglichen, das oft übersehen wird. In meinen Bildkompositionen wird vermeintlicher Müll zum Träger gelebter Geschichte, zum Zeugnis von Konsum, Gewohnheit und Vergänglichkeit. Der Reiz liegt im Widerspruch: Wert entsteht dort, wo wir ihn nicht erwarten. Aus Abfall wird Erinnerung, aus Trash wird Bedeutung – ein nachhaltiger Blick auf das, was bleibt, wenn alles andere verraucht ist.

     

    Ursula Wolf (*1964 in Vaduz) lebt und arbeitet in Liechtenstein. Nach ihrem Abschluss in Bildender Kunst in St. Gallen im Jahr 2019 begann sie ihre künstlerische Laufbahn im Jahr 2021. Sie arbeitet in verschiedenen Disziplinen wie Illustration, Kollagen, Installationen und Performances und greift eine breite Palette von Themen auf.

  • Gundula Friese – Der letzte Limes

    Gundula Friese – Der letzte Limes

    29. August - 31. Oktober 2025

    »Ich taste Orte mit der Kamera ab. Orte die ihrer Funktion enthoben ein Eigenleben zu führen scheinen. …

    ... Was geschieht mit uns, durch ihren Wandel? Sind wir in der Lage Rückschlüsse auf uns selbst zu ziehen? In Zeiten von immer größer werdenden Abgrenzungsphantasien nehme ich  mir die Arbeit »der letzte Limes« noch einmal vor. – An der Transitautobahn zwischen er Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin gab es einen Ort, der zwischen den Welten lag. Verweis und Referenz für Übergänge, Granzen und Konzepte. Ich entnehme, schneide, fragmentiere und füge neu zusammen.« (Gundula Friese)

    Gundula Friese studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig sowie Ton- und Videodesign an der Hochschule für digitale Medien in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt. Gundula Friese fühlte sich schon früh zur Fotografie hingezogen. Ein Porträt eines kleinen Jungen war für sie ein entscheidender Moment: "Er war etwa elf Jahre alt, genauso alt wie ich damals. Er stand inmitten einer trostlosen Stadtlandschaft und blickte ruhig in die Kamera. Das Bild verwirrte und beruhigte mich gleichermaßen. Es war ein Zustand innerer Unruhe. Ich fühlte mich gesehen und erkannt. Aber war ich es nicht, die hinschaute, einen kleinen Jungen auf einem Bild anstarrte? Da wurde mir klar, dass ich fotografieren wollte." Von 1999 bis 2001 arbeitete Gundula Friese als Fotografin für das Landeskriminalamt in Berlin. Zwei Jahre lang dokumentierte sie Tatorte, Obduktionen, Verletzungen, Täter und Opfer. Sie lernte, dass Bilder nicht nur mit der Kamera aufgenommen, sondern auch vom Fotografen aufgenommen werden – eine Erfahrung, die seitdem ihre Weltanschauung geprägt hat.

  • Martha Büchel-Hilti Wolken sind Gebilde unbestimmten Ursprungs - Stickereien

    Martha Büchel-Hilti Wolken sind Gebilde unbestimmten Ursprungs - Stickereien

    Wolken sind Gebilde unbestimmten Ursprungs – Stickereien

    Die jüngste Série von Stickereien von Matha Büchel-Hilti lotet Wolkengebilde aus: Es handelt sich um gestickte Kraftfelder, um Texturen von einer gewissen Aufgeladenheit, die sich Worten entzieht. Die Handschriftlichkeit der einzelen Fäden gehorcht einer inneren, traumwandlerischen Gesetzmässigkeit, erzeugt ein «knisterndes» Spannungsfeld im weiten Bildraum.

     

    Martha Büchel-Hilti

    Geboren 1951 in Vaduz. Lehre als Näherin. Werkseminar, Kunstgewerbeschule Zürich.

    Seit 1984 eigenes Atelier. 1993 Designpreis Schweiz. Lebt als Künstlerin in Schaan.

     

    AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

    2024 Sprichwörter von hier und anderswo, Treff am Lindarank, Schaan, bzw. Landesbibliothek, Vaduz

    2018 Visarte Triennale, Kunstmuseum Liechtenstein

    2018 Transparenzen, Einzelausstellung, Universität Liechtenstein

    2018 Z'Tod gforchta isch o gschtorba, Einzelausstellung, sLandweibels Huus, Schaan, FL

    2014 Tuch, Gasometer Triesen, FL

  • René Düsel – Modularbilder

    René Düsel – Modularbilder

    Der 1959 in Buchs geborene Künstler René Düsel fand seinen Weg ebenso spielerisch und intuitiv. Als er noch im Geschäft der Eltern, einem Handwerksbetrieb, in die Lehre ging, war er bereits in seiner Freizeit künstlerisch tätig. Und dieser künstlerische Drang wurde immer intensiver, bis er sich ein Jahr frei nahm und sich neue Ziele setzte. 1986 Italienreise, drei Monate mit den Reisebüchern und auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe. Besteigung von Vulkanen, Werkbetrachtung in Museen und Galerien. Danach künstlerische Experimente und Forschung. Besuch der Sommerakademie in Salzburg, 1995/2000 und an der europäischen Akademie für bildende Kunst in Trier. 14 Jahre befand sich das Atelier in Weite in einem Fabrikgebäude . Seit 18 Jahren arbeitet er in seinem Atelier in Buchs. Seine Werke tragen oft die Handschrift des Grazilen, legen Wert auf Ästhetik und Materialität. Zahlreiche Werke Düsels befinden sich im öffentlichen Raum und in Privatsammlungen. 

  • Ewald Frick – Steger Manuskripte

    Ewald Frick – Steger Manuskripte

    Ewald Frick, *1956, Graphiker und Buchgestalter, Balzner und Winzer, den es in die Bildende Kunst verschlagen hat, der mit der Reihe von «Schlammsammler»- vor jahren unerhörte Malereien schuf, später im Broterwerb Geschäftsführer von Tangram, einer Werbeagentur, zwischendurch Schichtwechsel-Kunstfunktionär und Bootsbauer, widmet sich heute wiederum der Buchkunst. Die Rückkehr zur Buchmalerei, zum Schreiben von Schrift, finden in diesen merk- und denkwürdigen Blättern, ihren Niederschlag.

    Ewald Frick legt Fährten, stellt Fragen, treibt bisweilen ein hinterlistiges Spiel mit Bezügen. Die Wertigkeiten von Ilustration, Legenden, Kolumnen changieren. Bedeutungsebenen überlagern einander, das Betrachten wird zum Lesen, das Lesen zum Betrachten. Nicht-linear, assoziativ, gegenläufig. Immer wieder tauchen Passagen aus Carlo Emilio Gaddas Buch «Wunder von Italien» auf. Die Niederschrift in seiner Steger Schreibklause erfolgt über einen Zeitraum von 3-5 Wochen pro Blatt. Eine zeichnerische Wunderkammer tut sich auf. Wir zeigen hier platzbedingt nur fünf Blätter, wir sind keine Galerie, präsentieren aber im Literaturhaus Arbeiten mit Affinitäten zur Literatur. Eine angemessene Ausstellung von Ewalds Arbeiten ist in Planung zu der dann ein angemessenes Buch erscheinen wird.      

  • Doris Büchel – Onepage

    Doris Büchel – Onepage

    8 Jahre – 40 Ausgaben – 1 Page

    Nach acht Jahren und vierzig Ausgaben geht die Reise von Onepage zu Ende. Bevor wir diesen aufregenden Abschnitt definitiv abschliessen, laden wir dich herzlich ein, mit uns einen letzten Blick auf alle vierzig Ausgaben zu werfen.

    DORIS BÜCHEL hat es über eine Zeitspanne von 8 Jahren geschafft, als verwegene imprésaria, 40 Nummern des literarischen ONEPAGE-MAGAZINS herauszugeben. Sie sehen alle Onepage-Nummern auf Kleiderbügeln auf einem Gestell von René Düsel und an der Wand hängen: Haute Couture der anderen Art. Doris war Kopf, Hand, Herz und Auge des kühnen Unternehmens, das mit Nummer 40 einen Schlusspunkt setzt. Sozusagen mit eigenem Text einen Aufbruch wagt in den grösser werdenden Zeilenabstand – ich möchte nichts weiter verraten, die Autorin wird den Text nachher selber lesen. Nummer 40  von ONEPAGE bedeutet eine Wegmarke, eine Zäsur der produktiven Art: Doris wird als Autorin ihren Weg fortsetzen!

    Eine aussergewöhnliche Leistung ist zu feiern, besonders wenn man sehen konnte, mit welcher Leidenschaft sie das ONEPAGE im Format von A1 betrieben hat. Sorgfalt, Genauigkeit, Liebe zum Detail zeichnen ONEPAGE von Anfang an aus. Die angefragten Literat:innen und Gestalter:innen genossen dabei ein grosses Grundvertrauen: eine CARTE BLANCHE wurde ihnen praktisch zugestanden. Grosszügigkeit ist daher ein Wesenszug des Editionsprojekts, vor dem ich meinen Hut ziehe, ich möchte es als ein Kunstwerk der Vermittlung bezeichnen: die Tatsache nämlich, so viele gute Geister für das Biotop ONEPAGE konzertant zusammenzubringen, hat unsere Gegend spürbar schöner und bewohnbarer gemacht.

    Mir ist nur ein vergleichbares Editionsprojekt bekannt, nämlich die Reihe von 101 Gedichtplakaten, die SIEGFRIED HÖLLRIGL in seiner OFFIZIN S. als Handpressendrucke von 1999 bs 2019 in Meran herausgab.

  • Patrick Kaufmann – Genesis

    Patrick Kaufmann – Genesis

    Über meine Malerei…ein Auszug
    …es ist dieser Entwicklungsprozess, den ich durchlebe. Ich versuche mir gegenüber sehr achtsam zu sein. Das eben auch in der Bildung meiner Gedanken. Ich versuche nicht wertend zu denken…wertfreies Denken kommt dem Nichtdenken näher. Ich muss immer noch heraus finden wertfreies Denken und wertendes Denken zu unterscheiden. So eben auch wenn ich von einem materialisierten Bewusstsein spreche. Aber auch unterscheiden wie streng ich dabei mit mir selbst bin. Zu viel Strenge mit mir selbst bringt mich eben wieder aus dem Gleichgewicht.

    Der Weg, den ich gehe, betrifft mich und ich befinde mich in meiner eigenen Wirklichkeit.

    In meiner Kunst drücke ich dieses Gleichgewicht aus. Oder zeige Teile daraus. Die bildnerischen Kompositionen sind geistige Wegstücke des Innehaltens, die absolute Gegenwart betreffend.

    Die Natur versinnbildlicht für mich dieses Gleichgewicht. Aus ihr schöpfe ich Energie. Ich fühle mich ganz. Das Glücksgefühl, das ich empfinde, wenn ich in der Natur bin, gleicht demjenigen im Atelier, wenn es malt. Und wenn es malt, heisst es eben, dass ich selbst es bin der ganz bei sich selbst ist und wertfrei denkt. Im Jetzt, in der absoluten Gegenwart. Ich kann es kaum in Worte fassen was da passiert. Ich bin wie zurückgekehrt – voll da.
    (Patrick Kaufmann)

  • Helena Becker – «Klaräpfel»

    Helena Becker – «Klaräpfel»

    Helena Becker hat 16 Papierschnitte als Vignetten für das Buch «Klaräpfel» von Patricia Büchel eigens geschaffen, die im Literaturhaus bis Ende 2023 gezeigt werden. Das Medium des Papierschnitts erzeugt so etwas wie einen magischen Erinnerungsrealismus, welche Büchels Erzählung in 75 Bildern sehr stimmig ergänzen.

    Preise pro Schnitt: CHF 120 (ohne Rahmen!)

    Helena Becker, *1962 in Grabs, lebt, arbeitet und unterrichtet
    in Vaduz, Liechtenstein. Vorkurs in St. Gallen, Ausbildung zur
    Werklehrerin an der Kunstgewerbschule Zürich.
    Bevorzugte Medien: Papierschnitt, Malerei und Installationen.

    Ausstellungen
    2023 Klaräpfel, Literaturhaus Liechtenstein, Schaan
    2021 Triennale, Kunstraum Engländerbau, Vaduz
    2018–2021 Russige Brennstäbe; Literaturhaus, Schaan
    2015 «Heimspiel», St. Gallen
    2013 «In der Schwebe», Stein Egerta,2012 «
    2011 «Wortlos», Evangelische Kirche, Vaduz
    2008 «Schichtwechsel-Projekt», Haus Zickert, Vaduz
    2007 «Nach Guadeloupe», Stein Egerta, Schaan

  • Klara Frick – Aquarellzeichnungen

    Klara Frick – Aquarellzeichnungen

    Die Aquarellzeichnung begleitet mich durch dieses Jahr. Ich wollte gehen und beobachtend zeichnen. Die Wege entdichten und verdichten. Ich wollte nachdenken über Formen, Geräusche und Situationen, die mir während dem Reisen begegneten und das, was sie mir über mich und das um mich, erzählten. Zeichnungen von Arraiolos, Portugal nach Santiago, Galizien. 

    Ich arbeite mit Keramik und Aquarell, beide Techniken, brauchen Wasser, damit sie in der Bearbeitung eine Form annehmen können. Dieses fliessende Bewegen, Suchen und in eine Form bringen, finde ich so spannend daran.

    Klara Frick, *1991,  lebt und arbeitet in Liechtenstein und der Schweiz. Vorkurs in Nendeln, Studium an der Hochschule für Gestaltung in Basel, Faculdade de Belas-Artes Lisboa und Hochschule der Künste in Zürich

  • Marxer & Röthlisberger:<br>zeitlos & mehr

    Marxer & Röthlisberger:
    zeitlos & mehr

    16. Februar bis Ende März 2023
    7 Fotographien, Dänemark, Sommer 2022

    Liste der Aufnahmen
    1  Rubierg Knude (verena röthlisberger)
    2  Mädchen, Nordsee, Skagen
    3  Strand nördlich von Lokken
    4  Skagen (Nord-Ostsee)
    5  Vogelreservat nähe Greena
    6  Langholm (Thyboron)
    7  Spuren vom Sandormen, Nord-Ostsee, Skagen (verena röthlisberger)

    Preis pro Foto: CHF 150.–
    Die abzüge sind auf Alu q-bont, 30 x 30 cm, aufgezogen; aufgenommen mit  einer Leica de-Lux 7

    Werner Marxer, *1950, nach Erfahrungen mit Kunst-am-Bau-Projekten und grossformatigen Werkzyklen in Malerei, widmet sich Marxer wiederum einer nie endenden Leidenschaft für Schwarz-Weiss-Fotografie. Es ist der Beginn einer längeren Recherche zu den Möglichkeiten der Schwarz-Weiss-Fotografie.

  • There’s something wrong<br>with my hands.<br>Oh yes, they’re not holding you.

    There’s something wrong
    with my hands.
    Oh yes, they’re not holding you.

    1. bis 31. Juli 2022

    Ein Projekt basierend auf Vilém Flussers Das Unding 1 und Das Unding 

    In Das Unding 1 und Das Unding 2, zwei vom Medientheoretiker Vilém Flusser (1920 –1991) in den 1980er-Jahren verfasste Texte, beobachtet er die Dinge in seiner Umgebung und muss feststellen, dass sie zunehmend von Undingen – er nennt sie «Informationen» – verdrängt werden. Informationen beschreibt Flusser als «unbegreifbar» und nur dekodierbar: «Da diese Lage unfassbar ist, ist dort nichts zu begreifen und nichts zu behandeln. Die Hand, die begriffliche und erzeugende Handlung, ist dort überflüssig geworden». Das wichtigste Organ sind stattdessen die Fingerspitzen, deren einzige Aufgabe darin bestehen, Tasten zu bedienen. 

    Die Auseinandersetzung mit den beiden Texten begann zu Beginn der Covid-19-Pandemie im Frühling 2020, einer Zeit exzessiven Händewaschens verbunden mit einer erhöhten Wahrnehmung dessen, was die Hände berührten, galt doch jeglicher Kontakt als potenziell gefährlich. Ähnlich wie die beiden Protagonist*innen im Musikvideo zum Lied Wallflowers der kanadischen Band The Burning Hell von 2014, das für das Projekt titelgebend war, fand sich das internationale und interdisziplinäre Projektteam aus den Bereichen Kunst, Architektur, Design und Forschung während zwei Jahren als sprechende Köpfe in sechs Rechtecken am Bildschirm wieder. Die kritische Beschäftigung mit den digitalen Möglichkeiten der Zusammenarbeit, insbesondere dem Medium Videotelefonie, waren für das Projekt mitbestimmend.

    Im Sinne eines Fanzines – das Wort «fanzine» als Kombination aus den englischen Begriffen «fan» und «magazine» – entstand die Webseite thingsnonthings.space. Diese kann als Ort für gemeinsames Weiterdenken der Ideen Flussers sowie Erläuterungen zu seinen Texten gelesen werden. Mit der Ausstellung an der Poststrasse 27 in Schaan, Liechtenstein wird das Fanzine vom digitalen in den physischen Raum übersetzt und durch neue Beiträge ergänzt. Dabei bezieht die Präsentation die von der Buchhandlung OMNI, dem Antiquariat Q, dem Literaturhaus Liechtenstein und dem SKINO genutzten Bereiche mit ein und verbindet sie. 

    Die Eröffnung der Ausstellung mit umfangreichem Begleitprogramm am ersten Juliwochenende bildet den Abschluss des Projektes und steht gleichzeitig für die erste physische Begegnung des Projektteams.

    Beiträge von Hanna Bergman, Iyo Bisseck, Doris Büchel (Shared Reading), Simon Browne, Annett Höland, Delphine Chapuis Schmitz, Anita Jóri, Silvio Lorusso, Anna Ospelt, Hannes Oswald, Bérénice Serra, Shelby Stuart, Jana Vanecek, Anna Westberg.

    Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Buchhandlung Omni und/oder des Skino besucht werden.

    Das Projekt wurde initiiert von Annett Höland und im Rahmen des Förderprogramms «Buch und Literatur Ost+» realisiert.

  • Rivane Neuenschwander

    Rivane Neuenschwander

    A Day Like Any Other, 2008 | Ein Tag wie jeder andere
    12 modifizierte Kippuhren in 3 Modelltypen
    Bis 24. April 2022

    Die Arbeit A Day Like Any Other, welche die Künstlerin ursprünglich für die São Paulo Biennale 2008 geschaffen hat, besteht aus modifizierten Klappuhren, deren Ziffern komplett durch Nullen ersetzt wurden. Im Jahr 2008 waren 24 dieser Uhren im gesamten Pavillon der São Paulo Biennale und an Orten, die mit der Ausstellung in Verbindung standen, wie Restaurants oder Hotels, ausgestellt. Diesmal sind 12 Uhren an verschiedenen Orten in Liechtenstein und über die Grenze hinweg in Zürich (CH), Buchs (CH) und Feldkirch (A) installiert. Auch im Literaturhaus Liechtenstein befindet sich eine dieser Kippuhren.

    In A Day Like Any Other steht die Zeit auf den Uhren immer auf 00:00. Das erwartete Ereignis, das Fortschreiten der Zeit, tritt niemals ein, und trotz des Umklappens der Ziffern scheint die Zeit nicht weiterzulaufen. Neuenschwanders poetisches Werk lässt die allgegenwärtige Taktung der Zeit unseres täglichen Lebens durch das leise Geräusch erfahrbar werden und zugleich setzt sie den Gebrauchswert der Zeit ausser Kraft.

    Von Rivane Neuenschwander ist die Ausstellung knife does not cut fire im Kunstmuseum Liechtenstein noch bis 24. April 2022 zu sehen.

  • Manfred Naescher<br>Der geheime Kinosaal der Bibliothek von Alexandria

    Manfred Naescher
    Der geheime Kinosaal der Bibliothek von Alexandria

    Bis 31. Dezember 2021

    Im Zuge der Buchpräsentation "Der geheime Kinosaal der Bibliothek von Alexandria" am 31. Oktober 2021 zeigt die Ausstellung im Literaturhaus Aquarelle von Manfred Naescher.

    Die Prosagedichte im Buch stehen Reproduktionen von Aquarellen gegenüber, die eigens für das Buch entstanden sind. Das Buch erzählt vom Erinnern, und damit auch vom Tod und vom Zuhause, vom Sehen und von Projektionen, vom Versuch, Fragmente zusammen zu setzen, um daraus Bilder zu machen. Es geht um Verbindungen, und wie diese Verbindungen durch Imagination und Sprache ermöglicht werden: Sternbilder beginnen dann zu existieren, wenn ihre Geschichte erzählt wird. "Der geheime Kinosaal der Bibliothek von Alexandria" erschien in einer Auflage von 100 numerierten, signierten und datierten Unikaten mit einer vorderseitigen Originalzeichnung direkt auf dem Umschlag. Es zählt 200 Seiten und beinhaltet 33 Texte in diversen Formaten, vorwiegend Prosagedichte, sowie 42 Abbildungen.

    Manfred Naescher, *1973, lebt und arbeitet in Berlin als bildender Künstler, Autor, Designer und Dozent und ist seit 2018 Mitglied des P.E.N.-Clubs Liechtenstein. 
    Kontakt: www.manfrednaescher.com, manfred.naescher@gmail.com

    Alle ausgestellten Bilder: Aquarell auf Fabriano-Papier, auf Karton mit Sprühfarbe, 210 auf 297 mm, 2019, Preis pro Bild: CHF 750.–

  • Helena Becker<br>Rußschwarze Brennstäbe

    Helena Becker
    Rußschwarze Brennstäbe

    3. September bis Ende Oktober 2021

    Zur ausstellung der Papierschnitte von Helena Becker:
    Die künstlerin traktiert die schwarze Materie mit den Mitteln des Papierschnitts. Es handelt sich um eine Operation am offenen Herzen. Jeder Schnitt muss sitzen, ein Kunstfehler wäre fatal. Die Einfachheit des Weglassens frappiert, wenn man es wie die Künstlerin beherrscht.

    Oben links: Das fulminante Blatt gleicht einer kleinen Seele (so wie im Schwäbischen ein bestimmtes brot heisst.) Die kleine Seele glimmt im Kern um einen rußschwarzen Stab: um einen brennstab, kohlenstab, vielleicht um einen innersten Buchstaben. Das Blatt wirkt nach. Vielleicht geht es der künstlerin in ihrer Arbeit um die kleine Seele. Man betrachte die Lesende, wo das Buch so einen Kern bildet.

    Zu den unterschiedlichen Schnittverfahren müsste man ausführlicher sprechen, etwa: Matisse, der in seinen papiers decoupés mit Farbe zeichnete. Oder Hans Christian Andersen, der mit gefaltetem, eingefärbtem Papier Scherenschnitte produzierte, als er wie in Trance Geschichten erzählte. Im Übrigen ganz der Symmetrie verschrieben. Anders die Papierschnitte von Helena Becker: Sie stellt das Schwarze durch das Weisse frei. Sie zaubert durch Kontraste Weite in die Landschaften. Das Innere kippt ins Äussere und viceversa. Das Paradoxe ist eine wesentliche Komponente der Kunst von Helena Becker.

    Helena becker, *1962 in Grabs, lebt, arbeitet und unterrichtet in Vaduz, Liechtenstein. Vorkurs in St. Gallen, Ausbildung zur Werklehrerin an der Kunstgewerbschule Zürich. Bevorzugte Medien: Papierschnitt, Malerei und Installationen.

  • Siegfried Höllrigl<br>Offizin S – Gedruckte Gedichte

    Siegfried Höllrigl
    Offizin S – Gedruckte Gedichte

    «Gedichte sind bei Siegfried Höllrigl sprichwörtlich in guten Händen. Wer je in der Meraner Valentin-Haller-Gasse bei Siegfried Höllrigl Halt gemacht hat und eingekehrt ist in die Offizin S. Werkstatt für Literatur, Typographie und Graphik, weiß, was ich meine, wenn ich von einem Ort mit einer besonderen Atmosphäre spreche. In den hellen Räumen hängt der Duft von Holz, der metallische Geruch der Druckerschwärze. Beim Eintreten fällt der Blick auf den kleinen Tisch, auf dem die aktuellen Arbeiten liegen und manchmal auch schon ein Begrüßungsglas Wein bereitsteht. Die Offizin S. ist ein Ort der Begegnung, des Handwerks und ein Ort des Denkens. Hier verbindet sich künstlerisch poetische Inspiration mit einer spürbaren Präsenz und der aufmerksamen Präzision handwerklichen Könnens. Gerahmte Gedichte, Graphiken, Objekte, Notizblätter, Briefe, Utensilien und Werkzeuge sind nicht beliebig anwesend, sondern haben ihren genauen Platz. Und inmitten steht – wie ein natürliches Zentrum – die Druckerpresse. Innen an der Eingangstür hängt als Wegweiser ein Gedicht des kroatischen Dichters Ranko Marinković. Darin lautet eine Zeile: "Man muß das Vergnügen einer Hand kennen die arbeitet!"

    Die Offizin S. ist gewissermaßen ein Biotop einer raren Lebensart und einer LebensKunst in mehrfacher Hinsicht.

    Ort der Langsamkeit                                                                                      
    Eine Handdruckerei bewirkt notwendigerweise eine maximale Entschleunigung, denn nur Bedächtigkeit garantiert jene Sorgfalt in der Herstellung, die den Plakaten, bibliophilen Buchausgaben und Druckwerken anzumerken ist und die sie zu gesuchten Raritäten macht. Diese Sorgfalt des Setzens – Buchstabe für Buchstabe – hat nicht zuletzt auch mit genauem Schauen zu tun, mit einem Blick für die richtige Formgebung. Denn dem Setzen geht die Wahl der Schrifttypen voraus. Wie auch das Drucken – Blatt für Blatt – mit der Wahl des Papiers beginnt. Da ist nichts der Beliebigkeit überlassen, sondern alles bewusste künstlerische Gestaltung, die im Übrigen den Text wiederum zu einem neuen Original werden lässt, das auch die Signatur des Autors / der Autorin trägt.

    Ein paar Worte zum Wort Typographie: Der Medienphilosoph Vilém Flusser, der in den 1970er Jahren in Meran lebte, erklärt das Wort aus seinen griechischen Wurzeln heraus mit einem Bild: Der Wortstamm ‚typos' meint ursprünglich "Spur", wie sie etwa Vogelfüße im Sand hinterlassen. Den zweiten Wortteil ‚graphie' leitet Flusser von graphein her, was soviel wie "graben" meint (Vilém Flusser: Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft? Göttingen 1987, S. 49). Typographie – etymologisch hergeleitet – bedeutet also vereinfacht Spuren graben … auf Stein, auf Holz zum Beispiel oder eben auf Papier … Diese Spuren erzeugen bildhafte Strukturen oder, wenn man will, auch den je eigenen Ton einer Schrift. In Siegfried Höllrigls Arbeiten ergeben sich solchermaßen verstandene Spuren aus den Zeichen-Wort-Kombinationen der Texte sowie der mit ihr verbundenen Wahl der Schrifttypen bzw. Papier und Farbe. Das Ergebnis: ein sogenanntes ‚Schriftbild'. Das gelesen werden will. Wahrnehmen, was sich vom leeren Papier abhebt, stiftet langsames Lesen und mit ihm ein Nach- und Weiterdenken. Beispielsweise: Jedes der 25 Gedichte in Plakatgröße, die noch bis Ende Dezember 2019 im Literaturhaus am Inn ausgestellt sind, werden durch die gewählte Schrift zu flächigen Textlandschaften. Schauend-lesend bleibt das Auge hängen u. a. bei Sätzen wie diesen:

    "der körper ist das komma im text / um den sich das erfasste dreht" (Róža Domašcyna)

    "und nackt auch zeigt sich als Sage das Leben, das kehre / stets wieder und grüne dann ewig entgegen einer / Ewigkeit" (Michael Donhauser)

    "Jetzt lernen | das Kleine zu sehn / wie Vogeltritte / die Risse im Stirnholz / seine Farbe | die sich abhebt im / Schnee" (Sepp Mall)

    "Columbus // Sagen können: // Ich habe mich / durchgefragt. // Bis zu mir." (Klaus Merz)

    "und leer reimt sich der / Himmel auf nichts / oder sich selbst" (Ilma Rakusa)

    Ort der analogen Kultur
    Siegfried Höllrigl beharrt auf ein analoges Leben. Er zeigt konsequent und unbestechlich, dass es gelingt, auf ganz und gar analogem Weg Projekte zu verwirklichen. Er praktiziert dies – und insofern zeigt sich darin eine Lebenshaltung – ins letzte Detail: Das "Zuhanden" besteht in der Offizin S. aus konkreter Materialität, aus Schreibmaschine, Bleistifte, Füllfedern, Telefonapparat, Papier, Holz, Bleilettern, Druckerpresse usw. Dementsprechend kommuniziert Höllrigl lieber direkt mit seinem Gegenüber und praktiziert darüber hinaus eine Kultur der schriftlichen Begegnung, in der sich Respekt und Wertschätzung gerade auch über die Form mitteilt (wer je einen Brief von Siegfried Höllrigl erhalten hat, weiß, dass seine Korrespondenzen manchmal in die Nähe von Kunstwerken rücken). Analog, direkt und konkret pflegt Siegfried Höllrigl den Kontakt zu anderen, und er geht dafür manchmal auch weit zu Fuß. Zum Beispiel zu Hans Haid von Meran übers Timmelsjoch in Ötztal. Diesen Fußmarsch hat Höllrigl beispielhaft poetisch in einem seiner Reisetexte geschildert (siehe TextForum).» [Christine Riccabona]

    Siegfried Höllrigl, *1943 in Meran, nach Schriftsetzerlehre Maschinensetzer und Korrektor, Reifeprüfung am Kunstlyzeum in Verona. Gründungsmitglied der Südtiroler Autorenvereinigung. 1985 Einrichtung einer eigenen Handdruckerei in Bozen. Seit 1987 Handpressendrucker und Herausgeber bibliophiler Editionen in der Offizin S. in Meran.

  • Parlament der Pflanzen

    Parlament der Pflanzen

    In Kooperation mit dem Kunstmuseum Liechtenstein zeigen wir zwei Exponate aus deren laufender Ausstellung. Die KünstlerInnen dieser Ausstellung veranschaulichen Prinzipien der Natur, verleihen den Pflanzen auf verschiedenste Weise eine Stimme und zeugen vom aussergewöhnlichen Wesen der Pflanzen, mit denen unser eigenes Überleben zutiefst verbunden ist.

    Was werde ich von den Bohnen lernen oder die Bohnen von mir?
    – Henry David Thoreau, Tagebucheintrag 7. Juli 1845

    Die Einsicht, dass der Mensch die Ökologie der Erde tiefgreifend verändert, wird von Naturwissenschaftlern im 21. Jh. mit dem Begriff des «Anthropozän» erfasst. Parlament der Pflanzen setzt an dieser Erkenntnis an, um eine neue Erzählweise über die komplexen Verflechtungen anzubieten, durch die alles mit allem verbunden ist.

    Die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung rütteln nicht nur am aristotelischen Denken, das die Pflanzenwelt in die Nähe der anorganischen Welt rückt, sondern auch an der anthropozentrischen Sicht, die grossteils bis heute die westliche Welt prägt.

    Die Ausstellung ist als ein offenes Gefüge angelegt. Aspekte wie Selbstorganisation, Identifikation, Utopien, soziale Beziehungen zwischen Flora und Mensch und eine andere Wahrnehmung von Zeit spiegeln sich in den Werken. Ebenso werden Scham und Sexualität, Bewusstseinserweiterung und Transformation, innere und äussere Migration, medizinisches, naturwissenschaftliches und auch kosmisches Wissen thematisiert.

    Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
    Paweł Althamer & Artur Zmijewski, Stefan Bertalan, Andrea Büttner, Edith Dekyndt, Jef Geys, Isabella Hollauf, Anna Jermolaewa, Jochen Lempert, Uriel Orlow, Kristine Oßwald, Athena Vida.

    In «Wunderkammern» sind zudem historische botanische Bücher, eine Filmauswahl und künstlerische Werke von John Baldessari, Joseph Beuys, Karl Blossfeldt, Frau Brakhan, Matthias Frick, Anton Frommelt, Paul Klee, Emma Kunz, Heinrich Anton Müller, Fritzi Libora-Reif, Rachel Ruysch, Therese Vallent und Sunhild Wollwage als Querverweise und Assoziationsfeld zu sehen.

    Projektraum «Parlament der Pflanzen»
    17. Juli 2020 – 17. Januar 2021
    Im Rahmen der Ausstellung ist der frei zugängliche Seitenlichtsaal als ein sich wandelnder und wachsender Projektraum konzipiert. Er verbindet die unmittelbare Aussenwelt mit Fragestellungen der Kunst.