© PrivatUsama al Shamani
In der Tiefe des Tigris schläft ein LiedFreitag, 04. Dezember 2026 | 19:30 Uhr
Lesung mit Gespräch | Moderation: Hansjörg QuadererCHF 15 / 10Plätze reservierenGadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich, als sein Vater in Israel im Sterben liegt. Über dreissig Jahre hatte er keinen Kontakt mehr zu ihm. Wider Willen reist er ans Krankenbett des Vaters, nach seinem Tod bleibt ein unbequemes Erbe.Als noch vor den Trauerzeremonien das Testament verlesen wird, ist Gadi mit dem letzten Wunsch des Vaters konfrontiert: Sein Leichnam solle eingeäschert werden, die eine Hälfte der Asche soll in Jerusalem, im Grab seiner Mutter, beigesetzt, die andere Hälfte «in Bagdad unter der alten Brücke im Tigris» verstreut werden. Weil Tamar als Frau mit israelischem Pass nicht in den Irak reisen will, kann nur Gadi den Wunsch des Vaters erfüllen. Des Mannes, der für ihn «schon lange tot» war.
Bereits auf dem Heimflug in die Schweiz beginnt es in Gadi zu arbeiten. Er liest in den Notizbüchern, die ihm der Vater hinterlassen hat – und bekommt das Gefühl, ihn erst jetzt richtig kennenzulernen. Als dann in Zürich sein irakischer Freund Nedim sich bereit erklärt, ihn nach Bagdad zu begleiten, beginnt für Gadi eine weite Reise: an den Tigris und tief ins 20. Jahrhundert.
Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasiriya), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam.
