• Son Lewandowski Die Routinen

    Son Lewandowski
    Die Routinen

    Freitag, 11. September 2026 | 19:30 Uhr
    Lesung mit Gespräch | Moderation: Ruth Mairvongrasspeinten
    CHF 15 / 10
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    Ein Gummibärchen essen, heute den Arm, morgen ein Bein. Was sich anhört wie ein Witz, ist Alltag für die Leistungsturnerin Amik. Für sie zählt jedes Gramm, jeder Wettkampf, jede Wiederholung. Und jede überschrittene Grenze nimmt Amik dafür hin.

    Die Routinen" seziert eine Welt, von der jeder ahnt, dass sie hart ist, aber niemand sieht oder sehen will, wie ausbeutend ein System ist, auf dem so viel Glitzer und Glanzspray liegt. Amik beugt sich den gnadenlosen Wettbewerbsprinzipien ihres Sports und mit jedem weiteren Schritt auf ein Siegerinnenpodest entfernt sie sich mehr von den Mädchen, die sie gestern noch getröstet haben.

    «Die Routinen ist auch deshalb ein grandioser Roman, weil er Fragen stellt, die über das Dokumentarische weit hinausgehen. Mit ihrer insistierenden, hochpräzisen Sprache vermisst Son Lewandowski die Masse zwischen Nähe und Distanz.« (Paul Jandl, NZZ)

    «Son Lewandowskis Debüt Die Routinen erzählt leichtfüssig und zugleich schonungslos von strukturellem Missbrauch im Kunstturnen. […] Lewandowski zeichnet ein ambivalentes Bild der Turnerinnen, deren Erfolgshunger auch aus eigenem Antrieb entsteht. Sie beschreibt die positiven Seiten des Sports, das Fallenlassen in die Konzentration, die berauschende Wirkung einer perfekten Kür. […] Die Wortmächtigkeit vermittelt einen so lebhaften Eindruck, dass man sich fast wundert, dass die Autorin selbst nie bei Olympischen Spielen angetreten ist.» (Sophia Coper, FAZ, 6. Februar 2026) 

    «Lewandoskis Stoff ist so ungewöhnlich, die erzählerische Form so wagemutig, dass man sich trotzdem nur dem Staunen überlassen kann, über diese grosse literarische Kür.» (Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung)

    Son Lewandowski lebt als Autorin und Kuratorin in Köln. 2023 wurde sie zum Klagenfurter Literaturkurs und der Autor*innenwerkstatt des LCB eingeladen. Mit Die kurzen Karrieren stand sie in dem Jahr auf der Shortlist des Edit-Essaypreises. 2024 wurde sie durch das Spaltmasse-Stipendium der Jürgen Ponto-Stiftung gefördert, 2025 durch das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW. Mit Die Routinen ist sie für den lit.cologne-Debütpreis nominiert.