
Mit dem "Texttraktor" auf die Bühne
Literaturhaus und Theater am Kirchplatz initiierten den "Texttraktor" – eine Werkstatt für Schreibende, die mit ihren Texten auf die Bühne wollen.
Was ist der Texttraktor?
Literaturhaus und TaK sahen im Texttraktor eine Zugmaschine für Schreibende, die den Sprung von der Prosa ins Dramatikerfach wagen wollen. Denn Liechtenstein und damit Themen aus Liechtenstein oder Themen, die Menschen aus Liechtenstein (und der Region) bewegen, müssen auf die Bühne! Was uns schmerzt, ärgert, wohl sein lässt. Leute vom Literatur- und Theaterfach begleiteten die TeilnehmerInnen. Roman Banzer als Schreib-Coach, Barbara Ellenberger und Jan Sellke für Dramaturgie und Textumsetzung auf der Bühne. Fallweise kaamen AutorInnen, SchauspielerInnen, DramaturgInnen und RegisseurInnen hinzu. Nach einer intensiven Startveranstaltung fanden monatliche Treffen statt. Und im Laufe der Spielzeit entstanden kurze Texte. Zum Schluss wurden alle Texte an einem Abend von Theaterprofis auf die Bühne gebracht.
Zielgruppe
Für die Fahrt auf der Zugmaschine waren all jene eingeladen, die Vorkenntnisse im literarischen oder dramatischen Schreiben haben.
Texttraktor: Die Ernte.
Vier Kurzstücke auf der Bühne und die LiLi-Tanzbar
Am 26. September wurde geerntet: Der Texttraktor zeigte die Früchte seiner Arbeit in Form einer Szenischen Präsentation von vier Bühnentexten der Autorinnen Gabriele Bösch, Andrea Gerster, Erika Kronabitter und Annette Raschner. Für die szenische Einrichtung konnte zudem ein erfahrener Bühnenregisseur, nämlich Lothar Maninger, und fürs Spiel die hochkarätigen Schauspieler Kathrin Schwaderer, Franz Nagl und Thomas Pösse gewonnen werden.
Von Prosa zu Drama
Die vier Autorinnen der Bühnenstücke sind in der literarischen Landschaft keine Unbekannten mehr. Die Rede ist von Gabriele Bösch, die durch den Roman "Der geometrische Himmel" bekannt wurde. Oder von der ORF-Kulturredaktorin Annette Raschner, die regelmässig für Kulturzeitschriften schreibt. Erika Kronabitter arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Literatur, Malerei, Grafik, Konzept-, Video- und Fotokunst. Andrea Gerster konnte kürzlich ihr Buch "Mimosa fliegt" und wurde mit ihrem Roman "Käfermanns Liebe" bekannt.
Die Bühne jedoch war Neuland für die Autorinnen und der Texttraktor hat sie jetzt ins Rampenlicht gezogen. Bösch folgt in "Gläserne Tage" einem tschetschenischen Kriegsflüchtling in der Frage nach Feind oder Freund. Ganz anders Gerster, die sich in "Reden ist gut" in den Graben zwischen einer Frau und einem Mann wagt. Raschner begibt sich in "Liebesdienste" ins Thema der Prostitution und Kronabitter befasst sich in "Die Übenden" mit der Suggestivkraft von Worten und wie sie zur Instrumentalisierung gebraucht werden können. Diese unterschiedlichen Themenaspekte ergaben einen mehr als spannenden Theaterabend.
Die Texte wurden in Auszügen in unserem Jahrbuch 4 | 2009 Flucht.Punkt veröffentlicht.


